Deutschland hat einen Pharmaskandal erlebt, der kaum zu fassen ist – und doch wissen die wenigsten davon. Über Jahre hinweg schmuggelten kriminelle Netzwerke gestohlene und gefälschte Krebsmedikamente aus Griechenland direkt in deutsche Apotheken und Arztpraxen. Tausende Patienten bekamen Medikamente, von denen niemand genau wusste, woher sie stammten. Im Mittelpunkt stand die Firma Lunapharm aus Brandenburg, die als zentrale Drehscheibe für den illegalen Handel diente.

Hier erfährst du, wie Behördenversagen, fehlende Kontrolle und kriminelle Energie das deutsche Gesundheitswesen untergruben. Medikamente mit Kaffeeflecken, geöffnete Verpackungen, die auf Wohnzimmertischen lagerten – all das landete bei schwerkranken Patienten.
Eigentlich sollten die Hauptverantwortlichen längst vor Gericht stehen. Doch einige Täter nutzen fragwürdige Atteste, um sich der Strafverfolgung zu entziehen.
Dieser Skandal wirft unangenehme Fragen auf. Wie sicher ist unser Gesundheitssystem wirklich? Kriminelle haben das Vertrauen vieler Menschen missbraucht, und die politischen Konsequenzen wirken bis heute nach.
Der Pharmaskandal, den niemand aussprechen will: Übersicht und Bedeutung

Pharmaskandale – das klingt nach etwas, das immer nur die anderen betrifft. Aber sie passieren öfter, als man denkt. Sie reichen von gefälschten Krebsmedikamenten bis zu Vertuschungen durch große Konzerne oder Behörden.
Definition und Reichweite des Begriffs
Ein Pharmaskandal ist ein aufsehenerregender Vorfall bei der Entwicklung, Vermarktung oder Anwendung von Arzneimitteln. Die Formen sind vielfältig:
- Gefälschte Medikamente: Wie im Lunapharm-Fall, bei dem Krebsmedikamente aus Griechenland illegal nach Deutschland gelangten.
- Vertuschte Nebenwirkungen: Unternehmen verschweigen bekannte Risiken ihrer Produkte.
- Kriminelle Netzwerke: Organisierte Banden stehlen teure Arzneimittel aus Kliniken.
Der illegale Handel mit Arzneimitteln boomt. Experten nennen ihn schon das „neue Kokain für Kriminelle“ – hohe Gewinne, geringes Risiko.
Betroffen sind vor allem teure Medikamente wie Krebspräparate oder Diabetes-Spritzen wie Ozempic. Für eine Packung zahlt man schnell 1.500 bis 5.000 Euro.
Relevanz für Gesellschaft und Gesundheitssystem
Pharmaskandale sind nicht bloß ein Problem auf dem Papier. Sie gefährden die Gesundheit und das Vertrauen der Menschen direkt.
Patientengefährdung: In Deutschland erhielten bereits tausende Menschen gefälschte oder gestohlene Medikamente. Diese können wirkungslos sein oder sogar gefährliche Stoffe enthalten.
Systemversagen: Die Kontrollbehörden versagen immer wieder. Im Lunapharm-Skandal ignorierten Brandenburger Behörden über Jahre offensichtliche Warnzeichen.
Vertrauensverlust: Wer kann noch sicher sein, dass das Medikament aus der Apotheke wirklich hilft? Das Vertrauen in Ärzte, Apotheken und Behörden bröckelt.
Auch wirtschaftlich richtet das Ganze enormen Schaden an – für Krankenkassen und Patienten, die für nutzlose Behandlungen zahlen.
Verantwortliche Akteure und Beteiligte
Pharmaskandale entstehen, weil viele Akteure an entscheidenden Stellen weggeschaut oder versagt haben.
Kriminelle Netzwerke: Leute wie Mohamed H. verkaufen trotz laufender Verfahren weiter Krebsmedikamente. Sie finden immer wieder Schlupflöcher, weil die Kontrollen so schwach sind.
Pharmaunternehmen: Manche Konzerne setzen lieber auf Gewinn als auf Patientensicherheit. Sie verschweigen Risiken oder tricksen bei Studien.
Behörden: Die Arzneimittelaufsicht und Gerichte reagieren oft zu spät oder zu lasch. Im Fall Mohamed H. prüften sie ein zweifelhaftes Attest ein Jahr lang nicht.
Zwischenhändler: Apotheken und Pharmagroßhändler verkaufen manchmal unwissentlich, manchmal auch bewusst gefälschte Ware weiter.
Am Ende bist du als Patient auf eine Kette angewiesen, in der eigentlich jeder Verantwortung tragen sollte – aber leider klappt das nicht immer.
Der Lunapharm-Skandal: Ablauf und zentrale Ereignisse

Der Lunapharm-Skandal brodelte jahrelang im Verborgenen. Erst als Medien die illegalen Handelswege für Krebsmedikamente aus Griechenland aufdeckten, wurde das ganze Ausmaß sichtbar.
Chronologie des Skandals um Lunapharm
Die Geschichte begann schon Jahre vor 2018. Lunapharm aus Blankenfelde-Mahlow in Brandenburg handelte über einen langen Zeitraum mit Krebsmedikamenten.
Sie bezogen die Medikamente von einer Apotheke in Griechenland. Diese Apotheke hatte allerdings keine Großhandelserlaubnis.
Mai 2017: Das Landesgesundheitsamt Brandenburg untersagte den direkten Handel mit der griechischen Apotheke. Lunapharm umging das Verbot aber ziemlich clever.
Die Geschäftsführerin und ihr Partner wickelten die Geschäfte dann über eine Firma in Zypern ab. Mit zypriotischen Rechnungen verschleierten sie weiterhin Lieferungen aus Griechenland.
Juli 2018: Das ARD-Magazin „Kontraste“ deckte alles auf. Die Berichte sorgten sofort für politischen Wirbel.
August 2018: Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) trat zurück.
Anfang 2019: Das Landesgesundheitsamt verhängte ein komplettes Verbot. Lunapharm durfte keine Arzneimittel mehr herstellen oder vertreiben.
Illegale Handelswege von Krebsmedikamenten
Lunapharm baute ein ziemlich ausgeklügeltes System auf, um die Herkunft ihrer Medikamente zu verschleiern. Sie nutzten verschiedene europäische Länder als Zwischenstationen.
Die griechische Apotheke war der Ausgangspunkt. Von dort aus gelangten die Medikamente nach Deutschland, obwohl die Apotheke dafür keine Erlaubnis hatte.
Nach dem Verbot 2017 schaltete das Unternehmen eine zypriotische Firma als Zwischenhändler ein. So sollte der direkte Handel mit Griechenland im Papierkram verschwinden.
Diese Exporte hatten möglicherweise zur Folge, dass Krebspatienten in anderen Ländern ihre Medikamente nicht mehr bekamen. Das brachte schwerkranke Menschen weltweit in Gefahr.
Vor Gericht stellte sich heraus: Die Medikamente selbst hatten keine Mängel. Das Problem lag in den illegalen Vertriebswegen und den Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz.
Entdeckung und Berichterstattung durch Medien
Das ARD-Magazin „Kontraste“ hat bei der Aufdeckung des Skandals eine Schlüsselrolle gespielt. Die Reporter recherchierten monatelang zu den dubiosen Geschäften.
Juli 2018 wurde zum Wendepunkt. Die Veröffentlichung der „Kontraste“-Recherchen machte den Skandal öffentlich.
Die Medien zeigten, wie systematisch Lunapharm das Arzneimittelgesetz umging. Sie legten die verschlungenen Handelswege und undurchsichtigen Geschäftsbeziehungen offen.
Der öffentliche Druck stieg sofort. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach später von „Staatsversagen“ in Brandenburg.
Durch die Medienberichte mussten die Behörden endlich handeln. Ohne die journalistische Arbeit wäre der illegale Handel wohl noch lange weitergegangen.
Politische Konsequenzen und Rücktritte
Der Skandal brachte Brandenburgs Politik ins Wanken. Gesundheitsministerin Diana Golze trat zurück, nachdem eine Expertenkommission massive Mängel in ihrem Ministerium festgestellt hatte.
Rolle der Gesundheitsministerin Diana Golze
Diana Golze zog die Konsequenz und trat zurück, nachdem der Bericht der Expertenkommission veröffentlicht wurde. Die 43-jährige Linken-Politikerin übernahm die politische Verantwortung für die Fehler in der Arzneimittelaufsicht.
Die Kommission zeigte klar: Die Behörden hätten schon im Februar 2017 eingreifen müssen. Damals gab es bereits deutliche Hinweise gegen Lunapharm.
„Zu diesem Zeitpunkt hätten Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen werden müssen“, steht im Bericht. Warum das niemand tat, blieb offen.
Erst nach dem „Kontraste“-Bericht untersagten die Behörden Lunapharm den Betrieb. Golze war erst kurz zuvor zur Co-Parteichefin gewählt worden und galt als Hoffnungsträgerin für die Landtagswahl.
Folgen für das Brandenburger Gesundheitsministerium
Nach Golzes Rücktritt übernahm Justizminister Stefan Ludwig (Linke) das Ressort vorübergehend. Die Behörde musste sich neu aufstellen.
Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt kündigte einige Reformen an:
- Eigenes Referat nur für Arzneimittelaufsicht
- Innenrevision zur besseren Kontrolle
- Mehr Personal durch einen Dringlichkeitsantrag
Linksfraktionschef Ralf Christoffers wollte auch Hartwig-Tiedt entlassen sehen. Ministerpräsident Dietmar Woidke hielt sich zurück, um das Ministerium nicht führungslos zu lassen.
Die Expertenkommission stellte fest: Es hapert an Kommunikation, Organisation und Struktur. Sie empfahl Fortbildungen für die Aufsichtsmitarbeiter und Änderungen auf Bundesebene.
Reaktionen der Politik und Behörden
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) reagierte sichtlich erleichtert auf Golzes Rücktritt. „Ich halte den Schritt nicht nur für richtig, ich halte diesen Schritt auch für notwendig“, sagte er.
Der Pharmaskandal brachte die Linkspartei ordentlich ins Wanken. Seit 2009 regiert sie als Juniorpartner mit der SPD in Brandenburg.
Die Stiftung Patientenschutz verlangte eine komplette Neuordnung der Medikamentenaufsicht in allen Bundesländern. Vorstand Eugen Brysch forderte strengere Vorgaben für die Medikamentenüberwachung.
Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt aktuell gegen sieben Beschuldigte wegen gewerbsmäßiger Hehlerei. Sie durchsuchte elf Orte in Hessen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht unter Druck, die Aufsichtsstrukturen zu überprüfen. Der globalisierte Arzneimittelmarkt ruft nach bundesweiten Reformen.
Behördliche und juristische Aufarbeitung
Die Justiz ging dem Lunapharm-Skandal über Jahre nach und fällte schließlich ein wegweisendes Urteil in Potsdam. Experten sehen das Verfahren als wichtigen Schritt im Kampf gegen Arzneimittelkriminalität.
Die Behörden griffen hart durch und leiteten Maßnahmen gegen die beteiligten Unternehmen ein.
Strafverfahren und Gerichtsprozesse in Potsdam
Das Landgericht Potsdam beschäftigte sich über 16 Monate an mehr als 30 Verhandlungstagen mit den Lunapharm-Verantwortlichen. Der Prozess begann im Oktober 2023, nachdem die Akte drei Jahre lang unbearbeitet geblieben war.
Die Hauptangeklagte Susanne K., Geschäftsführerin von Lunapharm, bekam eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Das Gericht entschied, dass sie in 23 Fällen gefälschte Krebsmedikamente gehandelt hatte.
Finanzielle Konsequenzen:
- 1 Million Euro Firmenvermögen wurde eingezogen
- 368.000 Euro Privatvermögen beschlagnahmt
- Geldstrafe für Mitangeklagten Gunter K.
Das Verfahren gegen Mohamed H., den mutmaßlichen Hauptlieferanten, wurde ausgesetzt, weil er angeblich nicht verhandlungsfähig ist. ARD-Recherchen legen aber nahe, dass er durchaus noch aktiv und geschäftsfähig sein könnte.
Bewertungen durch Experten und Kommissionen
Strafrechtsexperte Arndt Sinn von der Uni Osnabrück sieht im Urteil ein klares Signal. Endlich rückt Arzneimittelkriminalität ins Licht und wird als echte Gefahr wahrgenommen.
Experten kritisieren die undurchsichtigen Lieferketten im europäischen Arzneimittelhandel. Sinn warnt: „Wenn die Lieferketten nicht lückenlos nachvollziehbar sind, öffnet dies Tür und Tor für kriminelle Machenschaften.“
Die deutsche Justiz wirkt schlicht überfordert. Eine Ermittlerin der süddeutschen Kriminalpolizei gab zu, dass solche Delikte oft „stiefmütterlich behandelt“ werden. Das Schadenspotenzial unterschätzt man regelmäßig.
Systemische Probleme:
- Kaum Transparenz bei Vorlieferanten
- Kontrollbehörden sind überlastet
- Internationale Zusammenarbeit bleibt lückenhaft
Maßnahmen gegen Lunapharm und beteiligte Großhändler
Das Landesgesundheitsamt Brandenburg erließ Anfang 2019 ein vollständiges Verbot gegen Lunapharm. Der Brandenburger Großhändler durfte keine Medikamente mehr herstellen oder handeln.
Die Arzneimittelaufsicht Brandenburg untersagte schon Anfang 2017 den Handel mit griechischen Medikamenten. Lunapharm ignorierte das Verbot einfach und machte weiter.
Behördliche Versäumnisse:
- Kontrollen blieben jahrelang oberflächlich
- Lieferketten wurden zu selten überprüft
- Hunderte Medikamente gelangten ungeprüft zu Patienten
Der Skandal zwang Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze im August 2018 zum Rücktritt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt nahm neue Ermittlungen gegen Mohamed H. auf, nachdem Recherchen seine fortgesetzten illegalen Aktivitäten belegten.
Schwachstellen im Kontrollsystem und regulatorische Mängel
Das deutsche Kontrollsystem für Arzneimittel hat erschreckende Lücken. Unzureichende Aufsicht und fehlende Transparenz bei der Dokumentation erleichtern es fragwürdigen Akteuren, jahrelang unter dem Radar zu bleiben.
Versäumnisse der Arzneimittelaufsicht
Die Arzneimittelaufsicht erkennt Qualitätsmängel oft nicht rechtzeitig. Inspektionen sind selten oder werden nur oberflächlich durchgeführt.
Viele Kontrollbehörden arbeiten mit zu wenig Personal. Dadurch müssen Patienten auf Medikamente vertrauen, die nicht ausreichend überwacht werden.
Die Behörden reagieren meistens erst, wenn der Schaden schon da ist. Proaktive Überwachung? Fehlanzeige.
Meldungen über Verdachtsfälle werden schleppend bearbeitet. Zwischen dem ersten Hinweis und echten Maßnahmen vergehen oft Monate.
Die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden klappt nicht gut. Informationen fließen einfach zu langsam.
Probleme bei der Vergabe von Großhandelserlaubnissen
Die Großhandelserlaubnis wird manchmal ohne gründliche Prüfung erteilt. Behörden checken nicht immer, ob Antragsteller wirklich geeignet sind.
BSW und andere Firmen bekamen Erlaubnisse, obwohl es früh Zweifel an ihrer Seriosität gab. Die Behörden übergingen diese Warnsignale.
Die finanzielle Leistungsfähigkeit von Antragstellern bleibt oft ungeprüft. So können Unternehmen mit wackeliger Finanzstruktur in den Markt einsteigen.
Geschäftsführer mit problematischer Vergangenheit werden selten konsequent ausgeschlossen. Das Arzneimittelgesetz sieht zwar Regeln vor, aber die setzt kaum jemand wirklich durch.
Fehlende Transparenz und Dokumentationspflichten
Die Dokumentationspflichten nach dem Arzneimittelgesetz werden kaum kontrolliert. Viele Unternehmen dokumentieren ihre Lieferketten nicht vollständig.
Chargen-Rückverfolgung klappt oft nicht. Apotheker können nicht immer nachvollziehen, woher die Medikamente wirklich stammen.
Behörden stellen zu wenig Infos über laufende Verfahren bereit. Öffentliche Warnungen kommen meist zu spät.
Die Meldepflichten bei Qualitätsmängeln nimmt kaum jemand ernst genug. Dadurch bleiben viele Probleme einfach unentdeckt.
Interne Kontrollen bei Großhändlern sind oft schlecht dokumentiert. Verantwortlichkeiten nachzuvollziehen wird dadurch fast unmöglich.
Langfristige Folgen und Lehren für das Gesundheitssystem
Pharmaskandale hinterlassen Spuren im deutschen Gesundheitswesen und machen grundlegende Reformen nötig. Die Auswirkungen reichen von Vertrauensverlust bis zu strengeren gesetzlichen Vorgaben.
Vertrauensverlust bei Patienten und Fachkreisen
Das Vertrauen in die Arzneimittelsicherheit bekommt mit jedem Skandal einen Knacks. Patienten fragen sich immer öfter, ob die Medikamente aus der Apotheke wirklich sicher sind.
Ärzte und Apotheker müssen Ihnen versichern, dass die Arzneimittel sicher sind. Gleichzeitig kämpfen sie selbst mit Unsicherheit über Lieferketten und Herkunft.
Besonders betroffen sind:
- Vertrauen in importierte Medikamente
- Glaubwürdigkeit von Zulassungsverfahren
- Transparenz bei Rückrufaktionen
Die Folgen spüren Sie im Alltag. Patienten hinterfragen Rezepte häufiger und suchen nach anderen Herstellern.
Verstärkte Kontrollen und neue Regelungen
Der Gesetzgeber reagiert mit strengeren Vorschriften und besseren Überwachungssystemen. Das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung stärkt die Befugnisse der Behörden.
Neue Maßnahmen:
- Mehr Inspektionsrechte für Landesbehörden
- Bessere Abstimmung zwischen Bundesoberbehörden
- Transparentere Informationswege in Krisen
Brandenburg und andere Bundesländer bekommen mehr Kompetenzen bei der Überwachung von Arzneimitteln. Die Behörden können jetzt schneller eingreifen, wenn etwas verdächtig erscheint.
Parallelimporte stehen inzwischen unter schärferer Beobachtung. Handelsketten sollen übersichtlicher und leichter rückverfolgbar werden.
Offene Fragen und zukünftige Herausforderungen
Neue Gesetze bringen zwar Fortschritte, aber viele Probleme bleiben ungelöst. Immer mehr Firmen verlagern die Produktion ins außereuropäische Ausland, was Kontrollen deutlich erschwert.
Lieferengpässe? Die werden wohl weiterhin auftreten, vor allem bei wichtigen Medikamenten wie Antibiotika. Außerdem sorgt der ökonomische Druck im Gesundheitssystem für zusätzliche Risiken.
Zentrale Herausforderungen:
- Wie lässt sich die Überwachung globaler Lieferketten verbessern?
- Monopolbildung bei Wirkstoffherstellern wird zum echten Problem.
- Die Balance zwischen Kosten und Sicherheit bleibt schwierig.
Bei der Digitalisierung der Überwachung stehen wir noch ganz am Anfang. Echtzeit-Tracking von Arzneimitteln – vom Hersteller bis zur Apotheke – wäre technisch machbar, aber in der Praxis fehlt noch oft die Umsetzung.




